CD on demand – die eigene CD für Musiker, Bands und Chöre

Jetzt gibt es die Möglichkeit, die eigene CD in professioneller Qualität direkt aus dem Internet zu beziehen – und zwar bei www.indiewerk.de. Hinter diesem Angebot steht mein Arbeitgeber, der renommierte Musikversandhandel jpc. Das Prinzip ist denkbar einfach: Jeder Künstler, jede Band, jeder Chor und jedes Orchester kann die eigene Musik samt Foto fürs Cover und Liste der Titel bei www.indiewerk.de direkt hochladen. Das Werk steht dann vom einzelnen Silberling für den Fan bis hin zu größeren Stückzahlen für die Künstler etwa für den Verkauf bei Live-Auftritten jederzeit im Online-Shop zur Verfügung.

Damit haben sowohl Nachwuchskünstler auf den ersten Sprossen ihrer Karriereleiter als auch ambitionierte Hobbymusiker gleich welcher Gattung die Chance, ihre Musik für den eigenen Bedarf und für die Fans rund um die Uhr kurzfristig und verlässlich zu erhalten. Außerdem ist die Produktion auch einzelner CDs inzwischen nicht nur technisch, sondern auf wirtschaftlich profitabel machbar.

Die Künstler melden sich einfach über www.indiewerk.de an und stellen ihr Projekt dort ein. Per Upload werden die Musikstücke und Artwork hochgeladen und Angaben zu den Urhebern – in der Regel Komponisten und Texter – hinzugefügt. Das mehr oder weniger umfangreiche Vertragswerk wird daraus automatisch erzeugt. Noch ausdrucken, unterschreiben und absenden, und schon steht der Produktion nichts mehr im Weg. Die Anmeldung und Abrechnung mit der GEMA übernimmt jpc. Auf Wunsch steht sogar kostenlos einen Labelcode zur Verfügung. Dies ermöglicht in der Praxis das Spielen der Titel im Rundfunk.

Die Musiker legen selbst den Verkaufspreis ihrer CD fest und erhalten dann zwischen 3 und 10,50 Euro pro verkaufter CD. Oder bestellen zu Vorzugskonditionen für den Eigenbedarf zum Beispiel zum Verkauf bei Liveauftritten.

Das Projekt wurde von der ersten Idee bis zum Rollout in ca. 12 Monaten umgesetzt. Ich habe während dieser Zeit eine Menge über das Musikgeschäft in Deutschland gelernt. Das fängt damit an, dass im Urheberrechtsgesetz geschützte Verwertungsrechte, wie zum Beispiel das Vervielfältigungsrecht, das Verbreitungsrecht, das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung, das Recht der Wiedergabe durch Bild- oder Tonträger sauber zwischen den Künstlern und Urhebern und uns geregelt werden müssen. Dann die entsprechende Vereinbarung mit der GEMA oder in bestimmten Konstellationen auch mit der GVL.

Die technischen Abläufe waren dank einer schlagkräftigen Truppe recht schnell implementiert. Das digitale Archiv enthält die Inhalte wie die druckfähigen Vorlagen des Labels, der Inlay-Card und des Booklets. Außerdem natürlich die Musikformate im MP3- oder WAV-Format. Auch Metadaten, wie Produktinformationen und Verkaufstexte für die Online-Shops, werden hier gespeichert. Die administrativen Abläufe beinhalten darüber hinaus die Meldungen und Abrechnungen gegenüber der GEMA und den Künstlern.

Download Bericht “jpc-courier” (pdf, 831 KB)

[Update 16.02.2015] jpc stellte das “Indiewerk” zum 31.1.2015 ein. Durch Umstände bedingt durch Dritte war es leider nicht möglich, den Betrieb des “Indiewerks” aufrecht zu erhalten. Zum Bedauern vieler Musiker musste das Angebot daher beendet werden. Es war ein wohl ein in dieser Form quasi einzigartiges Angebot für Musiker in Deutschland. In Gesprächen waren Künstler immer wieder über die Idee und vor allen Dingen die Einfachheit der Abwicklung begeistert. “Wo ist denn da der Haken” wurde ich oft gefragt. Ganz einfach: Es gab keinen. Aber alles hat wohl seine Zeit …