26 Mrz 2016

Rückblick SMX München 2016

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Ein kurzer Rückblick auf die Vorträge der SMX, die ich auf meinem Besuchsprogramm notiert hatte. Zusammenfassend lässt sich für mich festhalten, dass es auch in diesem Jahr eine äußerst lohnende Veranstaltung auch für Online-Marketeers war.

Eröffnung und Keynote:

Optimierung für eine neue Welt: wie Google Machine Learning in die Suche integriert (Rand Fishkin)

In seiner charismatische Art eröffnete Rand Fishkin („Wizard of Moz“) auch die diesjährige SMX. In seinen Ausführungen geht es um „Machine Learning“ und das Algorithmen mittlerweile von Algorithmen erstellt oder umgeschrieben werden. Bounce Rate Optimierung, Domain Trust, die Qualität der Inhalte sowie das Verstehen von Absichten der Nutzer sind die „Gegenmittel“.
„The Machines Are Judging Us… Let’s Show ‘Em What We Got.”

Entwicklung eines Attributionsmodells (Lennard Paulen)

Sein Vortag erläuterte, wie bei der Implantierung, Analyse und Schlussfolgerungen Fehler vermieden werden können. Ziel sei es, die Conversions erklären zu können, deshalb müsse man bei der Entwicklung eines Attributionsmodells auch Einflussfaktoren mit berücksichtigen. Wobei es dafür keine Patentrezepte gäbe. Sein Credo: „Besser als Falsch ist das neue Richtig.“

Personalisierung 2.0 – Big Data meets Konsumpsychologie (André Morys)

In seiner gewohnt humorvollen Art präsentierte André Morys in seinem Vortrag Möglichkeiten zur Individualisierung und Personalisierung von Inhalten. Dabei werden Kundentypen identifiziert und über Kriterien in einem Scoring-Modell bewertet und den Besuchertypen „Balance“, „Stimulanz“ und „Dominanz“ zugeordnet. Ziel der Personalisierung ist es, Barrieren zu reduzieren oder die (Kauf-) Motivation zu erhöhen.

Keynote:

Marketing-Automatisierung macht den Traum von Multi-Channel-Marketing-Programmen zur Realität (Dela Quist)

…wobei sich Dela die Frage stellt, warum nur wenige Unternehmen den Traum umsetzen. Über E-Mail-Marketing zu sprechen, sei in der heutigen Zeit ziemlich unsexy geworden. Nach seinen Ausführungen weist dieser Kanal jedoch die größte Effizienz auf und bietet das größte Potenzial zur Automatisierung.

Erfolgsmessung von Content-Strategien (Dave Sottimano, Simo Ahava)

In den Beträgen wurden detaillierte Hinweise gegeben, wie man mit Hilfe von Google Analytics den Erfolg unterschiedlicher Seitentypen messen kann.

Planet Facebook und Planet Google: Das mobile Werbeuniversum (Thomas Hutter und Michel Ramanarivo)

Thomas Hutter zeigte einmal mehr die zahlreichen Möglichkeiten einer Zielgruppenauswahl für die Bewerbung in Facebook auf. Exakte zugeschnittene Anzeigenformate und das riesige Zielpublikum versprechen gerade auch im mobilen Bereich unzählige Möglichkeiten.

Auch bei Google sind in der Zwischenzeit mehr als 50% aller Suchanfragen von mobilen Endgeräten zu verzeichnen.
Mein Fazit: Was bleibt, ist jedoch immer der Unterschied, dass ich beim Ausspielen von Anzeigen in der Google-Suche stets ein konkretes Bedürfnis des Suchenden voraussetzen kann. Dieses ist bei Facebook nicht der Fall. Was die Sache nicht unbedingt erleichtert und hier neue, kreative Wege gegangen werden müssen.

Always mobile – always on air! Vom Real-Time Marketing zum Live Marketing (Robert Seeger)

In seinem gewohnten österreichischen Slang erzählte Robert „Bob“ Seeger über Live-Marketing auf Plattformen wie Periscope, Facebook oder auch Snapchat. Wobei er in Bezug auf die letztgenannte Plattform einschob, dafür vermutlich schon zu alt zu sein. In seinen Beispielen aus dem Red-Bull-Universum berichtete er mal wieder von interessanten Fallbeispielen. Wobei die technische Ausstattung für solche „Live-Übertragungen“ in der Tat sehr überschaubar ist. Auch gerade deshalb dürfen wir als Marketeers gespannt sein, wohin uns die Reise führen wird.

Robert Seeger auf der SMX 2016

Robert Seeger auf der SMX 2016

Kaufen ist nicht gleich verkaufen – Neue Marketing-Strategien aus der Kundenperspektive (Phil Winters)

Ein sehr guter Vortrag von Phil Winters, den ich so auf auf der SMX gar nicht erwartet hätte. Zu Beginn seines Ausführungen fragte er ins Plenum, wer schon einmal etwas von Don Peppers und Martha Rogers gehört hätte. Meine Hand schnellte spontan nach oben. Ich war allerdings auch der Einzige im Saal. Worauf er humorvoll feststellte, dass sei wohl eine Altersfrage und wir wären wohl in der gleichen Altersrange. Ich hatte Don Peppers bei einem „One-to-one-Marketing“-Vortrag bei Oracle in den 90er Jahren live erlebt. Phil Winters war dort in leitender Position beschäftigt.

In seinem Vortrag auf der SMX drehte es sich um Kundenorientierung, Entscheidungswege und Touchpoints. Insbesondere die, die schon lange vor der „klassischen“ Erfassung liegen. Die Entwicklung aller Marketingaktivitäten konsequent aus der Kundenperspektive. Ein Thema zum Nachdenken – was ich mit Sicherheit noch vertiefen werde.

Dabei hilfreich wird mir sein Buch „Customer Strategy“, dass am Schluss seines Vortrages jeder Teilnehmer erhielt.

Keynote:

Social? Psycholgraphics? Data? SEO? PR? PPC? Was zur Hölle ist eigentlich Marketing heutzutage? (Marty Weintraub)

Um ehrlich zu sein, vom Vortragenden hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie etwas gehört. Inhaltlich war sein Vortrag ein Anriss verschiedener Themen wobei mir nicht klar war, was er mir damit eigentlich wirklich sagen wollte. Seine „Bühnenshow“ erinnerte mich an Steve Balmer. Sorry Marty, aber bei mir kam das nicht an.

Time for a Change: Umstellung der Online-Marketing-Abteilung auf Agile Teams (Mario Hillmers)

Mario Hillmers berichtete von seinen Erfahrung bei der Otto-Group über die Umstellung auf Agile Methoden. Insgesamt gab es hier für mich keine neuen Erkenntnisse. Scrum und Kanban sind tägliche praktizierte Methoden und Confluence, Jira und Trello sind die täglichen Werkzeuge.

Rückblickend auf meine Bertelsmann-Zeit kann ich mir allerdings gut vorstellen, wie das Team von Mario Hillmers im Otto-Umfeld als Exot daher kommt.

Lifetime Value (CLV) > Customer Acquisition Cost (CAC) = You Have A Business (Dr. Jochen Schlosser)

Eine weitreichende Zusammenfassung und eine Vielzahl von KPIs. Aber ein sehr lebendiger Vortrag eines komplexen Themas. Aus seiner Sicht ist zum Beispiel die Versandkostenfreiheit bei Amazon nicht dem Marketing zuzurechnen, sondern dem Produkt. Bei einer Vielzahl möglicher KPIs sollte die Konzentration auf wenige und die Festlegung von Hierarchien die richtigen Ergebnisse bringen. Wichtig trotz allen Regeln: „Agil bleiben.“

Growth Hacking für Marken (Marc-Oliver Schmiedle)

Ich fühlte mich hier falsch aufgehoben.

Von weiß bis grau – was ist erlaubt und was wird teuer? Rechtsfragen bei der Verwendung von Marken in Suchmaschinen (Christian Solmecke)

Ein sehr praxisnah gehaltener Vortrag. Nicht so wirklich „spannend“. Zumal ich persönlich mit solchen und anderen juristischen Themen oft befasst bin. Aber doch immer wieder interessant, Updates aus der Welt der schwarzen Roben zu erhalten.

Wissen, was wichtig ist: Marketing-Automatisierung (Nikolaus von Graeve)

Marketing-Automatisierung ist für mich DAS spannende Thema schlechthin. „Nicht in Kampagnen denken, sondern in Systemen.“ Diese Aussage von Karl Kratz fiel mir dazu wieder spontan ein. Genau das ist es, was mich fasziniert. Mit kleinen Teams trigger- und regelbasierte Abläufe schaffen.

In diesem Vortrag ging es genau darum. Und es wurde auch (mal wieder) die Frage gestellt, warum dies offensichtlich nur so wenige Firmen umsetzen?
Ehrlich gesagt, frage ich mich das auch. Ob es damit zu tun hat, dass viele Marketeers im Tagesgeschäft solche Ansätze oft verdrängen? Ich kann aus meiner Praxis nur positives von der Implementierung solcher Systeme berichten.

Interessanterweise wurde auch hier Don Peppers mit Aussagen aus den 90er Jahren zitiert (s. auch oben). Vielleicht bin ich doch noch nicht so alt?

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