Mein Buch für Rallye-Beifahrer

Mir fiel auf, dass des keine aktuellen Bücher für Rallye-Beifahrer gab. Zwar konnte man auf virtuellen Marktplätzen im Internet oder in Buchantiquariaten Bücher zum Thema kaufen, aber dabei handelte es sich entweder um Ausgaben, die noch die Orientierungsaufgaben der 70er Jahre beschrieben bis hin zu Schnitttabellen für Gleichmäßigkeitsprüfungen. Oder es waren Bücher bekannter Persönlichkeiten, die aber eher autobiografischen Charakter hatten. Konkrete Lehrbücher oder Arbeitshilfen auf aktuellem Stand gab es nicht. Der Gedanke, ein eigenes Buch zu schreiben, war entstanden.

Keine Bücher für Rallye-Beifahrer – und warum nicht?

Die Geschichte des »Rallye-Beifahrer eBook« begann schon 3 Jahre vor dem Start meines Projektes. Mir fiel auf, dass des keine aktuellen Bücher für Rallye-Beifahrer gab. Zwar konnte man auf virtuellen Marktplätzen im Internet oder in Buchantiquariaten Bücher zum Thema kaufen, aber dabei handelte es sich entweder um Ausgaben, die noch die Orientierungsaufgaben der 70er Jahre beschrieben bis hin zu Schnitttabellen für Gleichmäßigkeitsprüfungen. Oder es waren Bücher bekannter Persönlichkeiten, die aber eher autobiografischen Charakter hatten. Konkrete Lehrbücher oder Arbeitshilfen auf aktuellem Stand gab es nicht. Der Gedanke, ein eigenes Buch zu schreiben, war entstanden.

Auf der Zielrampe der Rally Alpi Orientali 2015 in Italien.
Auf der Zielrampe der Rally Alpi Orientali 2015 in Italien.

Zufällig ergab sich zu diesem Thema der Kontakt zu zwei bekannten Copilotinnen aus dem wunderschönen Nachbarland Österreich. Und die Idee, vielleicht ein Gemeinschaftsprojekt daraus zu machen. Kurz und gut: Wir verabredeten uns zu einem ausführlichen Brainstorming an einem Wochenende und es sprudelte nur so an Ideen. Wir sahen schon unser Buch stapelweise in Buchhandlungen liegen. Diese Projektidee ist dann aber letztendlich “eingeschlafen” und wurde nicht umgesetzt.

Der Gedanke eines Buches für Rallye-Beifahrer war bei mir aber immer noch vorhanden. Meine Idee war es, ein echtes “Arbeitsbuch” zu schaffen. Mit zahlreichen Checklisten und Formularen zu Service- und Tankplänen. All das, was mir bei meinem Einstieg als Copilot in den Rallyesport geholfen hätte.

Nicht reden – machen!

Im Februar 2014 entschloss ich mich dann, mein Projekt in die Tat umzusetzen. Meine Idee war es, nicht ein herkömmliches Buch zu veröffentlichen, sondern quasi einen Beifahrer-Lehrgang zu erstellen. Und da Checklisten, Service- und Tankpläne eh’ als fertige Formulare zum Ausfüllen am PC mitgeliefert werden sollten, habe ich mich dann entschlossen, die Veröffentlichung als eBook im pdf-Format vorzunehmen. Und nicht etwa mit einem aufwendigen digitalem Rechtemanagement, sondern als “normales” pdf-Dokument, dass auf jedem Endgerät, das pdf-Dokumente öffnen kann, auch gelesen werden kann.

Der erste Schritt war nun, zunächst einmal den Bedarf eines solchen Werkes festzustellen. Also habe ich eine Landingpage als Webseite eingerichtet und dort da Erscheinen des »Rallye-Beifahrer eBook« angekündigt. Um auf dem Laufenden gehalten zu werden, konnten sich Interessierte in einen Newsletter eintragen und dann bei Erscheinen benachrichtigt zu werden. Die Resonanz übertraf deutlich meine Erwartungen. Das war der Startschuss für die Erstellung des Buches.

Die ersten Kapitel wurden von mir ausgearbeitet und umgesetzt. Um die zukünftigen Käufer bereits bei der Erstellung mit zu integrieren, veröffentlichte ich Mitte des Jahres eine Leseprobe. Das Feedback hat mich sehr ermutigt. Wünsche zu Themen konnte ich so noch mit berücksichtigen.

Vorworte und Gastbeiträge von den Helden meiner Jugend.

Dann passierte die Sache mit den Vorworten und Gastbeiträgen. Während des Eifel-Rallye-Festivals 2014, an dem wir mit unserem Lancia Stratos teilnahmen, sprach mich ganz aufgeregt Wolfgang Reile an. Er ist der Besitzer des gelben Porsche 911, mit dem Walter Röhrl ebenfalls an dem Festival teilnahm. Ich kannte Wolfgang bereits von einigen Meisterschaftsfeiern. Jetzt war er ganz aufgeregt, da er den Porsche zu VIP-Fahrten mit Walter Röhrl an die dafür vorgesehen abgesperrte Sonderprüfung bringen musste. Aber er wusste gar nicht wo das überhaupt war und bat mich, auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen und ihn dort hin zu dirigieren. Ein kurzer Blick zu meinem Team, kurzer Zeitcheck – okay, das passt! Also rein ins Cockpit des Röhrl-Porsche und ab ging es. Ach ja, und es ging ziemlich zügig!

Mit dem Lancia Stratos beim Eifel-Rallye-Festival.
Mit dem Lancia Stratos beim Eifel-Rallye-Festival.

Nach einigen Kilometern Fahrt erreichten wir pünktlich den abgesperrten Bereich, in dem die VIPs sich vom “großen Meister” chauffieren lassen konnten. Total erleichtert übergab Wolfgang das Auto nun an Walter Röhrl und erwähnte überschwänglich, dass der “dank dem Beifahrer aus dem Stratos” jetzt doch noch pünktlich angekommen sei. Okay, damit hatte ich ein gewisses “Entrée” und irgendwie wurde diese Story zum “Running Gag”.

Neben Walter Röhrl hielt sich in diesem Bereich auch Mitorganisator Christian Geistdörfer auf. Während ich nun also auf die Rückfahrt wartete – das Event sollte zirka eine Stunde dauern – kam mir der Gedanke, dass ein Vorwort von Christian Geistdörfer in meinem Buch doch sicher eine tolle Bereicherung wäre. Also packte ich die Gelegenheit beim Schopfe und sprach ihn einfach darauf an. Ohne lang zu überlegen gab er mir spontan seine Zusage samt Kontaktdaten. Wohwww … das ging erstaunlich problemlos und meine Freude war groß.

Tags darauf, noch bevor der große Rummel in der Rallye-Meile einsetzte, gab es wieder ein zufälliges Zusammentreffen. Diesmal standen dort neben Wolfgang Reile und Walter Röhrl noch Beifahrer-Legende Willi-Peter “WiPi” Pitz, Fotograf Reinhard Klein und mein Fahrer Burghard Brink mit seinem Hund. Der Vierbeiner unterhielt die illustre Runde ganz prächtig. WiPi kannte ich von seinen Einsätzen mit Heinz-Walter Schewe im historischen Rallyesport, Reinhard Klein als Chef der “Slowly Sideways”. Interessiert hörte ich zu, wie WiPi und Walter Röhrl über die Safari-Rallye von 1973 schwadronierten. Über Rauno Aaltonen im Sportgeschäft in Nairobi. Und über Köpfe von Zuschauern, die plötzlich als Orientierungshilfe im Dunklen herhalten mussten. Junge, Junge … Stories von damals halt, über die es sich lohnt, ein eigenes Buchprojekt zu starten. Als die Runde im Begriff war sich aufzulösen, sprach ich Walter Röhrl ebenfalls an, ob er nicht ein Vorwort in meinem Buch veröffentlichen wolle. “Des mach’ma scho.” war die kurze und knappe Antwort. “Host ja mei Mail-Adress’.” Okay, danke Walter!

Walter Röhrl im Gespräch mit Lothar Bökamp
Walter Röhrl im Gespräch mit Lothar Bökamp

Später beim Schreiben kam mir dann die Idee, weitere Gastbeiträge von namhaften Personen aus der Rallyeszene in das Buch zu integrieren. Neben Willi-Peter Pitz sagte auch spontan sein “Kutscher” Heinz-Walter Schewe zu. “HW” kannte ich bereits seit mehreren Jahren von den “Legends of Speed” in Dresden und auch von gemeinsam Teilnahmen an Rallyes wie der “Alpi Orientali” in Udine/Italien und anderen Läufen zum historischen Mitropa Rally Cup. Über diesen Cup hatte ich auch Karin Thannhäuser, Copiloten von Hermann Gassner kennengelernt. Mein “Stratos”-Fahrer Burghard Brink lies es sich natürlich auch nicht nehmen, einen Betrag zu verfassen. Mit dem 2fachen Ex-Deutschen-Rallyemeister Reinhard Hainbach war ich im Rahmen der Teilnahmen in der “FIA Historic Rally Championship” bestens bekannt. Joachim Knollmann war, wie er stets gern betont, der erste Audi-Werksfahrer in den 70er Jahren. Außerdem wohnt er quasi in meiner Nachbarschaft. Peter Diekmann ist mein “Ziehvater”. Bei ihm habe ich seinerzeit einen Beifahrer-Lehrgang absolviert. Außerdem haben wir Ende der 80er Jahre an vielen gleichen Veranstaltungen zur Deutschen Rallyemeisterschaft teilgenommen. Und daher kannte ich auch Kalle Grundel, den Schweden, der viele Jahre im VW-Golf und später in Peugeot-Diensten in Deutschland spektakulär unterwegs war. Außerdem war er Werksfahrer für Ford im RS200 in der Rallye-Weltmeisterschaft. Ihn “traf” ich bei Facebook wieder. In einem abendlichem Chat konnte ich ihn ebenfalls zu einem Gastbeitrag gewinnen.

Die Beiträge entstanden meistens im Rahmen längerer Telefonate und anschließendem Austausch von Manuskripten. Es kamen wirklich interessante Aspekte zu Tage und natürlich immer wieder Anekdoten aus “alten Zeiten”. Und ganz ehrlich: Ich habe aus diesen Gespräche sogar selbst noch gelernt. Klasse, vielen Dank nochmals an dieser Stelle!

Das Buch ist fertig, und jetzt?

Nachdem die Inhalte nun zusammengestellt waren – das Buch verzichtet übrigens komplett auf Werbung – habe ich die Technik für den Verkauf des eBooks installiert. Unter www.pacenote.de wurden automatische Abläufe installiert, die nach der Bestellung und Bezahlung das eBook personalisieren und den Downloadlink für den Käufer bereitstellen. Verkaufsstart war dann im Oktober 2014.

Im Folgenden kamen immer wieder Anfragen, ob man das Buch nicht auch in gedruckter Form kaufen könne. Dafür war es zwar nicht vorgesehen, aber nach einigen Überlegungen habe ich einen Weg gefunden, es als Printout des eBooks produzieren zu lassen und entsprechend anzubieten.

Nur positives Feedback – der Lohn der Mühen.

Die Resonanz ist für mich bis jetzt überraschend gut. Das Feedback der Leser ist bisher durchweg positiv. Ich darf mit Stolz behaupten, dass es auch bis zum jetzigen Zeitpunkt zu keinerlei Reklamation gekommen ist.

Das Projekt hat mir bis jetzt viel Spaß bereitet. Auch die Gespräche und Zuschriften, die ich immer wieder erhalte, bestätigen mich in meinem Entschluss, das des richtig war, das Buchprojekt “durchzuziehen”. Aber fragt mich bitte nicht, welchen Zeitaufwand ich investieren musste. Um ehrlich zu sein, ich weiß es selbst gar nicht genau. Aber meine Freunde und Familie musste oft hören: “Keine Zeit, ich muss am Buch weiterarbeiten.” Danke an dieser Stelle für euer Verständnis und Unterstützung.

Das komplette Projekt: www.pacenote.de